Warum ich noch immer nicht mein Guthaben online auflade

Der Steam- Summersale steht in den Startlöchern. Man ist ja eigentlich schon mit allen Spielen versorgt, die man so spielen möchte oder hat eine Games-Bibliothek die aus allen Nähten platzt. Spiele, die man noch unbedingt nachholen will?: Over 9000! Dennoch: Irgendwie kaufe ich dann doch wieder, was das Zeug hält, ich meine bei diesen Rabatten kann man doch unmöglich nein sagen! (oder doch?)

Protipp: Kaufe deine Spiele immer als „Geschenk für dich selbst“, so hast du sie in deinem Inventar und kannst sie aktivieren, sobald du sie spielen willst oder zur Not an Freunde tauschen bzw. verkaufen. ;-)
Was mache ich also? Loslaufen, zum Games-Laden, Guthaben holen, Heim eilen, aufladen und warten. Ich werde dabei stets und ständig gefragt, warum ich mir denn immer die Mühe mache, zu diesem Geschäft zu laufen. Man hat doch schlileßlich Mittel und Wege via Kreditkarte, Paypal und Co. direkt zu kaufen?! Das stimmt. Es ist entspannter immer und überall das kaufen zu können, wenn man es gerade möchte und theoretisch könnte ich es auch – aber ich mache es trotzdem nicht. What the hell - Warum?

Als ich noch ganz jung war, bin ich in die Spielzeugläden gegangen, habe mir Sachen angeschaut und immer gewünscht dieses oder jenes zu haben. Irgendwann hatte man dann ein schmales Taschengeld, kaufte sich mit seinen Freunden Pokémon-, später Yu-Gi-Oh- und Magic-Karten. Ich weiß nicht wie oft ich in dem Laden bei uns in der Stadt war, aber man kannte langsam jeden Verkäufer. Das waren Leute die Ahnung von der Materie hatten, man redete über die neuen Decks und Booster, Taktiken, spielte ein paar Runden zusammen oder quatschte halt über das ganze nerdige Zeug. Ich habe es geliebt. Meine Freunde kaufen heutzutage – wenn sie denn noch spielen – alles online, ist ja auch günstiger. Dieses Gefühl der Verbundenheit, obwohl man sich nicht kennt, dieses „wir haben das gleiche Hobby“, fehlt seitdem.

Das geht mir mittlerweile auch bei meinen PC-Games so. Ich kaufe das meiste Zeug über Steam, die Ladenpreise sind zu großen Teilen einfach nicht mehr tragbar. Nach ein paar Wochen gibt’s den ersten Sale und schon hätte ich nen Zwanziger sparen können. Dennoch: Mir ist dadurch das Feeling dieser Hobby-Vertrautheit verloren gegangen. „Schade“, habe ich mir anfangs gedacht, „lässt sich halt nicht ändern“. Und genau damit lag ich falsch. 

Seit einigen Monaten gehe ich wieder in die Läden – Spiele kaufe ich dennoch dort nicht. Aber es reicht mir persönlich sich mein Guthaben dort persönlich zu holen. Man redet wieder mit den Verkäufern, man tauscht sich aus, man hat so quasi ein großes Geheimnis, dass die anderen Nicht-Spieler einfach nicht verstehen können. Ich bin gerne in dem Laden, heute habe ich mir 50€ geholt (damn Steam-Sales!) – und eine halbe Stunde gequatscht.